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Veröffentlicht am 19.08.2016 in Ortsverein

Eine kleine Chronik...

Wie alles begann - Rückblick

Bevor der Ortsverein Diedorf im November 1946 offiziell gegründet wurde, fanden bereits Zusammenkünfte von aus den Sudetengebieten vertriebenen Sozialdemokraten statt. Die jeden Donnerstag abgehaltenen „Flüchtlingsversammlungen“ waren sozusagen Vorstufen der Ortsvereinsgründung. Genossinnen und Genossen hatten sich zusammengetan, um die Betreuung der bereits nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 hier eingetroffenen Flüchtlinge zu organisieren. Josef Deininger, Sozialdemokrat und Flüchtlingskommissar der Regierung, setzte Josef Thiele als Flüchtlingsobmann ein. Dieser wurde später der erste Vorsitzende der Diedorfer SPD.

Die Anfänge waren bescheiden, wie alles in jener Zeit. In den ersten Tagen umfasste der Ortsverein nur 12 Mitglieder, die Finanzen betrugen im März 1947 ganze 48,23 Reichsmark. Es war auch nicht einfach, in der überwiegend konservativ eingestellten Bevölkerung Fuß zu fassen. Bei den Kommunalwahlen 1948 wurden drei Sozialdemokraten in den Gemeinderat Diedorf gewählt, darunter Josef Thiele und Richard Fischer. Ab 1956 kandidierten Sozialdemokraten auch für das Amt des Bürgermeisters, jedoch ohne Erfolg. Lediglich Josef Göpfert hatte einige Jahre das Amt des 2. Bürgermeisters inne.

Die SPD in Diedorf war in den ersten zwanzig Jahren ihres Bestehens nicht immer stabil, mehrere Jahre waren kaum Aktivitäten zu verzeichnen. Im Jahre 1966 unterstützte man den parteilosen Walter Aust bei der Bürgermeisterwahl. Aust wurde mit knappem Vorsprung gewählt und konnte erstmals die CSU-Dominanz in Diedorf durchbrechen. In der Folge traten vor allem junge Menschen in die SPD Diedorf ein, um diese wieder neu aufzubauen.

1972 errang die SPD schließlich 6 von 14 Gemeinderatssitzen (ca. 42 %) und mit dem inzwischen in die SPD eingetretenen Walter Aust auch das Bürgermeisteramt. Dieser Erfolg beruhte auf einer intensiven Basisarbeit, sehr rege war auch die damalige Juso-Arbeitsgemeinschaft. Die Diedorfer SPD stellte in jenen Jahren auch den stellvertretenden Kreisvorsitzenden.

(nach einer Chronik von Werner Lorenz)