Kabarett-Konzert mit den Wellbappn

Veröffentlicht am 15.09.2013 in Veranstaltungen

Die neu formierte Musikkabarett-Gruppe „Wellbappn“ gastierte am Freitag (dem 13.) mit ihrem Programm „unterbayernüberbayern“ beim SPD-OV Diedorf. Das Konzert bescherte den zahlreichen Freunden des hintergründigen und spitzfinden Humors einen höchst amüsanten Abend. Bereits mit dem ersten Lied „Do samma heit“ hatten die jungen Musiker und Hans Well die Besucher für sich gewonnen.

Bezüge zu Diedorf und dem kommenden Kommunalwahlkampf, sowie Spitzen gegen Bischof Czarsda, den FCA und die Augsburger CSU zeigten, was der Abend erwarten ließ. Die begesiterten Zuschauer sollten nicht enttäuscht werden, denn Hans Well, der Ex-Biermösl und seine neue Blosn pflegen das kritische musikalische Kabarett sehr virtuos. Hans Wells erwachsene Kinder Sarah, Tabea und Jonas beherrschen vielerlei, z. T. sehr alte Instrumente wie Geige, Bratsche, Kontrabass, Trompete, Tuba, Akkordeon, Saxofon, Flöte, Mandoline, Drehleier, Sitar und Gitarre.

Auch die Lieder zeugten von großer Aktualität und Improvisationskunst. Es wurde nichts ausgelassen: Die bayerische Schulpolitik, die Elektroautos, die Griechenlandkrise, der Organspendeskandal und sogar das Justizdrama um Gustl Mollath wurden treffend und manchmal nachdenklich karikiert.

Zum Konzert war auch die Polit-Prominenz des Landkreises erschienen. So konnte der OV-Vorsitzende Walter Pecher den SPD-Bundestagskandidaten Bernd Bante, den SPD- Landtagskandidaten Herbert Wörlein mit Gattin und den Bezirkstagskandidaten Roland Mair begrüßen. Außerdem waren mehrere Markträt(inn)e(n) und der 2. Bürgermeister Diedorfs unter den Gästen. Es war ein rundum gelungener Abend!

 

Text des Liedes „Do samma heit“ (1. Strophe)

Ja sogts, wo samma do heit glandt,

in Diedorf, dem Beverly Hills vom Augsburger Land,

wo Golfspieler wohna und viele Kirchgänger,

und wenig Hartz-4-Empfänger,

wo König Otto nimmer lang regiert

und eine Kickboxweltmeisterin boid ihre Konkurrentn attackiert.

Wo i mi ois der ihr Gegenkandidat,

im Burgamoasta-Wahlkampf mit Angriffen zruckhoitn daat.

Wo die SPD-Kandidaten für Land und Bund,

weniger aufn grünen Zweig kemma, wia aufn Hund,

Wo ma si beim Bischof Czarsda frogt und wundert:

Kimmt der ausm 16. Oder 17. Jahrhundert?

Wo ma de Kinder die Ewigkeit so erkärt:

Des is dann, wenn des Verkehrsproblem endlich glöst werd (gemeint ist die Diedorfer Umgehungsstraße).

Wo ma si beim FC Augsburg scho heit,

auf de Duelle nächsts Johr gegn 1860 München gfreit.

Wo´s so schwarz san runrum in de Derfa,

dass sogor bei Mondfinsternis no an Schattn werfa.

Wo die Augsburger christ-soziale Union,

sich streitet und spaltet nach alter Tradition,

wo jede Diplomatie versagt,

und ma die Kultur zu Grab tragt,

wo da Kränzle gwiß, kurz bevor a stirbt,

sich nomai ois Vorsitzender der Jungen Union Augsburg bewirbt.

Wo jedm Oberbayer in dera Gegend oans an Augsburg gfoit: Augsburgerisch is da erotischte Dialekt von der ganzn Woit!